„Ich habe einen Drohnenführerschein und bei DIPUL nachgesehen.“
Diesen Satz hören wir in der Praxis immer wieder. Dahinter steckt eines der größten Missverständnisse beim professionellen Einsatz von Drohnen: Ein vorhandener Kompetenznachweis und ein Blick auf die Karte bedeuten noch nicht, dass eine konkrete Drohnenoperation an einem bestimmten Ort durchgeführt werden darf.
DIPUL ist eine wichtige Grundlage – aber keine abschließende Freigabe
Das Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt, kurz DIPUL, stellt wichtige Informationen zu geografischen UAS-Gebieten in Deutschland bereit. Für die Vorbereitung eines Einsatzes ist das Map Tool daher eine wichtige Informationsquelle. Es ersetzt jedoch nicht die vollständige Prüfung einer geplanten Drohnenoperation.
Auch die Nutzungsbedingungen der bereitgestellten Geodaten weisen darauf hin, dass keine Gewähr für Genauigkeit, Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernommen wird. Hinzu kommt ein entscheidender Punkt: Nach § 21j LuftVO gelten die Regelungen für geografische Gebiete auch dann, wenn ein Gebiet nicht zur Geo-Sensibilisierung ausgewiesen ist.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur: Was zeigt die Karte? Sondern: Unter welchen Bedingungen darf genau diese Operation an diesem Ort und zu diesem Zeitpunkt durchgeführt werden?
Professioneller Drohnenbetrieb beginnt lange vor dem Start
Bei eubanet digital beschäftigen wir mittlerweile mehr als 70 Drohnenpiloten. Mit zunehmender Anzahl an Piloten, Projekten und Einsatzgebieten wurde früh deutlich, dass sich ein professioneller Flugbetrieb nicht nebenbei organisieren lässt.
Deshalb haben wir vor rund sechs Jahren begonnen, den Flugbetrieb als eigene Aufgabe aufzubauen.
Heute übernimmt unser eubanet Drohnentower die zentrale flugbetriebliche Vorbereitung und Begleitung unserer Einsätze. Dazu gehören unter anderem die Prüfung der Einsatzgebiete, erforderliche Genehmigungen und Zustimmungen, die Kommunikation mit Behörden, Risikobewertungen sowie die konkrete Flug- und Einsatzplanung.
Denn auch eine vorhandene Betriebsgenehmigung ist kein Freifahrtschein.
Eine Genehmigung allein reicht nicht
Gerade bei Operationen in der „specific category“ müssen die Bedingungen der jeweiligen Genehmigung sowie die daraus resultierenden Verfahren und Risikominderungsmaßnahmen eingehalten werden.
Das bedeutet in der Praxis: Vor einem Einsatz müssen nicht nur die geografischen und rechtlichen Rahmenbedingungen geprüft werden. Auch festgelegte Prozesse, Checklisten, Verantwortlichkeiten und interne Freigaben müssen eingehalten werden.
Besonders relevant wird dies bei anspruchsvollen Einsatzgebieten, beispielsweise in dicht besiedelten innerstädtischen Bereichen, im Umfeld kritischer Infrastruktur oder bei BVLOS-Operationen außerhalb der direkten Sichtweite des Piloten.
eubanet digital setzt unter anderem DJI M350 Systeme ein und führt im genehmigten Rahmen auch anspruchsvolle BVLOS-Operationen durch.
Professioneller Flugbetrieb bedeutet auch Kommunikation
Neben technischen und regulatorischen Anforderungen spielt für uns die gesellschaftliche Akzeptanz von Drohnentechnologie eine wichtige Rolle.
Wo es sinnvoll und erforderlich ist, informieren wir Anwohner und stimmen Einsätze mit zuständigen Stellen ab. Bei größeren oder besonders sensiblen Einsätzen suchen wir zudem den Kontakt zu Polizei und Ordnungsbehörden.
Auch unsere Piloten sollen sich vor Ort nicht verstecken. Wenn Passanten Fragen haben, erklären wir offen, warum wir fliegen, welche Aufgabe die Drohne übernimmt und welche Daten erfasst werden.
Denn wer Drohnentechnologie professionell einsetzen möchte, trägt auch Verantwortung dafür, Vertrauen in diese Technologie zu schaffen.
Mehr als 70 Piloten brauchen klare Strukturen
Bei mehr als 70 Drohnenpiloten und Projekten in Forstwirtschaft, Mobilfunk und Infrastruktur kann Flugbetrieb nicht über Zuruf organisiert werden.
Es braucht klare Verantwortlichkeiten, aktuelle Datengrundlagen, ein strukturiertes Genehmigungsmanagement, dokumentierte Verfahren, geschulte Piloten und eine zentrale Stelle, an der alle relevanten Informationen zusammenlaufen.
Genau diese Aufgabe übernimmt bei uns der eubanet Drohnentower.
Professionelles Drohnenmanagement bedeutet deshalb nicht nur, eine Drohne sicher fliegen zu können. Es bedeutet zu wissen, ob und unter welchen Bedingungen sie an diesem Ort, zu diesem Zeitpunkt und für genau diese Operation eingesetzt werden darf – und diese Bedingungen im Einsatz zuverlässig umzusetzen.